Unser Tipp in unruhigen Zeiten: Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

In Kurzform

Wesen der Pflanze: Umwandlung von Licht, Ausgeglichenheit, Nervenkraft, Stabilität
Verwendete Pflanzenteile: das ganze oberirdische Kraut
Anwendungen: als Tee und (Ur-)Tinktur oder als Öl
Zu den Heilwirkungen nach TCM:
Organbezug: Herz, Leber, Blase, Lunge und Niere
Shen harmonisierend, Herz-Qi bewegend und stärkend. Leber-Qi bewegend, inneren Wind beruhigend, Hun besänftigend. Qi und Blut bewegend.

Etwas ausführlicher:

In der Signatur einer Pflanze können wir erkennen, was sie kann und worin ihre Heilkraft liegt. Dafür ist es gut, sich eine Pflanze genau anzuschauen.
Beim Johanniskraut können wir sofort das Wesen einer Sonnenpflanze erkennen. Allein durch das Betrachten der goldgelben, fünfstrahlig leuchtenden Blüten, die wie kleine Sonnenräder wirken, fühlen wir uns wie von kleinen Scheinwerfern beleuchtet. Wie Funken erscheinen die vielen Staubblätter in den Blüten.
Von dieser wunderbaren Heilpflanze geht ein Strahlen aus, welches die Sonne direkt in unser Herz scheinen lässt, so dass wir uns dem Licht öffnen können.

Halten wir die Blätter gegen das Licht, dann erkennen wir viele kleine Pünktchen, besonders am Rand – es sind transparente Öldrüsen. Es erscheint uns so, als gäbe es überall Löcher, damit die Sonne an jede Stelle der Pflanze gelangen kann; als wolle die Pflanze in der Sonne baden. Das Johanniskraut hat die Kraft des Lichts ganz in sich eindringen lassen und kann es an uns weitergeben. Diese „Lichtkraft“ setzt die Pflanze um in Stabilität und Ausgeglichenheit oder Balance. Erfahrbar wird die Stabilität vor allem an der extremen Festigkeit des Stängels, der auch den ganzen Winter über stehen bleibt. Man kann das Johanniskraut nicht so einfach abrupfen, dazu ist der Stängel zu widerstandsfähig.

Die Balance zeigt sich in der Erscheinung des Johanniskrauts. Zum einen an den vielen gegenständig vom Hauptstängel austreibenden Seitentriebe, die meistens völlig gradlinig abstehen und wie kleine Balancierstangen wirken. Auch alle Blätter befinden sich gegenüber, sehr geordnet, immer im Ausgleich. Zum anderen sind die Blüten wie kleine Windräder geformt und ungefähr die Hälfte von ihnen dreht sich rechts, die andere Hälfte links herum. Diese Ausgeglichenheit beider Drehrichtungen ist im Pflanzenreich eine Seltenheit.

Am oberen Ende verzweigt sich der Stängel buschig, so dass die an den Enden stehenden Blüten viel Sonnenlicht erhalten. Zerreibe ich die Knospen, so tritt das rote Öl heraus. Die Menschen erkannten schon früh die Fähigkeit des Johanniskrautes, die Lebenskraft der Sonne in diese roten Tropfen aufzunehmen und zu speichern. Wie das Blut, der Lebenssaft unseres Körpers, so hat das Johanniskraut Lebenssaft von der Sonne, rubinrotes Öl, das unserem Körper Sonnenkraft geben kann. So ist es nicht verwunderlich, dass das Johanniskraut zu den bekanntesten antidepressiven Heilpflanzen gehört.

Unser Tipp: Setz Dich einmal an einen sonnigen Tag vor ein Johanniskraut und lass seine Ausstrahlung auf Dich wirken. Du wirst in ihm eine kostbare heilende Pflanze erkennen und sie mit Dankbarkeit pflücken, bzw. abschneide

Anwendungsbereiche

Bei der Dosierung sollte man sehr achtsam sein: für viele Menschen ist das Johanniskraut eine Herausforderung. Wenn man zu heftig reagiert, dann handelt es sich meistens um eine Überdosis. In den meisten Fällen empfiehlt es sich die Heilpflanze ein paar Wochen lang zu nehmen, bevor sie wirkt. Bei manchen wirkt sie auch sofort! Generell sollten Heilpflanzen nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

  • bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen (auch im Klimakterium)
  • „Vermittler des Sonnenlichtes“. Wenn wir den Blick für das Licht verlieren. „Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter“
  • stimmungsaufhellend
  • bei Anspannung wie z.B. Stress
  • gegen Verspannung, Rückenschmerzen, bei Nervenschmerzen wie Ischias, „Hexenschuss“, Trigeminusneuralgie; innerlich (Urtinktur) und äußerlich (Rotöl)
  • Muskelverspannung, Bandscheibenschäden, Muskelzerrungen, Blutergüsse, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchung, Krampfadern
  • immer, wenn Schmerz ausstrahlt (z.B. Verspannung im Nacken, der in die Arme zieht)
  • wenn ein Zahn gezogen wird und das weh tut -> Mundspülung mit Johannisöl (1EL)
  • Akutmittel bei Verbrennungen (Johannisöl und ätherisches Lavendelöl)
  • bei Sonnenbrand
  • Schnitt- und Stichwunden mit Nervenverletzungen werden damit sehr erfolgreich behandelt!
  • Narbennachbehandlung, z.B. bei Schmerzen, Taubheitsgefühl – auch nach Kaiserschnitt und anderen OP-Narben
  • Damm-Pflege mit dem Öl nach Schnitt oder Riss unter der Geburt; auch vorbeugend
  • bei Migräne, Gürtelrose (Herpes zoster), Lippenherpes
  • nervöse Magen-Darmbeschwerden
  • Herzunruhe (mit Melisse und Weißdorn)
  • Gehirnerschütterung
  • Sonnenbrand (hohe Johanniskrauteinnahmen erhöhen die Licht- bzw. Sonnenempfindlichkeit der Haut; äußerlich hilft das Öl jedoch bei einem entstandenen Sonnenbrand)
  • bei Würmern (Öl einnehmen)
  • bei schmerzhafter Regel (mit Frauenmantel und Schafgarbe)

Anwendung

Als Tee: ganzes Kraut kochend übergießen, 10 Min. ziehen lassen
Herstellung von Johanniskrautöl: Blüten und Knospen locker in ein Schraubglas füllen, mit dem Öl so aufgießen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. An einem warmen und wenn möglich sonnigen Ort sechs Wochen ziehen lassen und ab und zu schütteln.

 

 


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