Unser Tipp im Sommer 2019: Frauenmantel

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris, Alchemilla xanthochlora)

In Kurzform

Wichtige Themen: Liebe, Genuss, Hingabe ohne Leistungsdruck
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, blühendes Kraut
Blütezeit: April bis Mai
Sammelzeit: die Blätter von April /Mai bis Herbst; das blühende Kraut von Mai bis Juli
Anwendungen: als Tee und (Ur-)Tinktur
Zu den Heilwirkungen nach TCM: Uterus kräftigend, adstringierend, haltend, Blutungen stillend, Feuchtigkeit trocknend und Hitze klärend, harntreibend, Leere-Hitze absenkend, kühlend
Organbezug: Uterus, Leber, Milz

Etwas ausführlicher:

 

Standort

Frauenmantel findet sich an feuchten Stellen auf Wiesen, auf Weiden, am Wegrand, auf Schuttplätzen, an Felsen, im Gebüsch und an Bachufern. In Hamburg gibt es den Frauenmantel nicht so oft, fährt man dagegen Richtung Süden kann man die Pflanze in Mengen auf den Wiesen funkeln sehen.

Die Signatur und das Wesen

Umhüllung, Behütung, Hervorbringung

Welche andere Pflanze könnte die Wesensart der weiblichen Kraft besser verkörpern, als der Frauenmantel? Wie ein weiblicher Schoß, in dem eine Leibesfrucht heranwächst, bringt die Pflanze im geborgenen Grund ihres mantelartig umhüllenden, nach oben geöffneten, weichen Blattes einen silbernen Tropfen hervor. Dieser Tropfen, der durch die Pflanze austritt und nicht durch den Regen, wie viele glauben, entsteht dadurch, dass die Pflanze überschüssiges Wasser über winzige Drüsen am Blattrand ausscheidet (Guttation). Die Guttationstropfen fließen vom Rand in das Innere des Blattes und bilden hier eine Tauperle, die in der Mitte des Blattes ruht und in der Sonne funkelt. Das ist auch die Heilwirkung des Frauenmantels.

Die Heilpflanze, die zu den Yin-Pflanzen gehört, steht für Schönheit, Genuss und Liebe. Sie lehrt uns zu Empfangen, uns zurückzulehnen, nicht ins Machen zu kommen. Es genügt, wie wir sind. Dies zeigt sich auch in ihren winzigen, sternförmigen Blüten, die keine Blütenblätter haben. Oftmals fehlen hier auch die Staubgefäße, so dass der Frauenmantel – durch das Fehlen von Nektar – selten von Insekten heimgesucht wird und sich eingeschlechtlich fortpflanzt. Die Verbreitung der Samen geschieht durch Tiere. Der Frauenmantel braucht also keinen Schmuck, keinen Duft, er genügt sich selbst. Wir können nur von dieser Weisheit lernen ☺.

So unterstützt uns die Heilpflanze dabei, von der Strenge weg zur Sanftheit zu kommen, uns abzugrenzen und mit unserem Körper zart umzugehen. Sie sagt uns: „Ich lehne mich zurück, gehe raus aus der Leistung, bewahre, halte. Ich bin in mir und um mich herum rund.“ Sie weckt in vielen Frauen eine „Zartheit zu ihrer Weiblichkeit“, ein „Ja zum Frau-Sein“. So ist der Frauenmantel sanft und zart und gleichzeitig stärkend.

Das Wesen dieser Pflanze ist es, das Frau-Sein in all seinen Facetten zu erleichtern, die Hormone auszugleichen, die Gebärmutter zu kräftigen, die Leibesfrucht zu bewahren und dadurch die weibliche Ausstrahlung zu verbessern. Der Frauenmantel steht für die Bejahung der weiblichen Rhythmen und des Frau-Seins.

Der Frauenmantel wird der Venus, die im Körper über die Gebärmutter herrscht, zugeordnet. Diese Zugehörigkeit ergibt sich aus den fein gezähnten Blatträndern, aus dem freundlichen Blattgrün und der edlen Gestalt. Durch den Wasserbezug (Guttationstropfen) hat die Pflanze aber auch eine Beziehung zum Mond. Die Heilpflanze schafft so eine Verbindung zwischen Yin und Yang.

 

Heilwirkung

  • das Basismittel für die Frau!
  • tiefe Entspannung auch bei Männern 
  • hilft uns (durch den Mantelschutz) uns besser abzugrenzen
  • hormonregulierend, Gestagen fördernd und Gelbkörper stimulierend, empfängnisfördernd
  • bei starker Regelblutung, Zyklusanomalien, schmerzhafter Regel (krampflösend), Brustschwellung vor den Tagen, Kräftigung der Beckenorgane, stabilisiert den Zyklus, regt den Eisprung an
  • bei starker Regel: Frauenmantel + Hirtentäschel
  • bei schwacher, nicht durchkommender Regel: Frauenmantel + Beifuß
  • Heilpflanze für die Seele: gleicht die Stimmungsschwankungen (PMS) aus
  • bei Wechseljahrsbeschwerden
  • bei allen Themen, die die Weiblichkeit belasten können (z.B. Weißfluss, Zysten, Myomen, Polypen, Endometriose, Zellveränderungen am Muttermund)
  • bei „Problemschwangerschaften“, um das Kind besser halten zu können
  • bei Neigung zu Fehlgeburten, um den Körper auf eine neue Schwangerschaft gut vorzubereiten und zur Festigung des Fötus
  • Vor- und Nachbereitung von Geburten
  • festigt das Bindegewebe; bei „Erschlaffungszuständen“ des Unterleibs
  • Hautunreinheiten (hormonell bedingt)
  • Wundheilmittel (wegen der Gerbstoffe)
  • leicht stopfende Gerbstoffdroge bei Durchfall
  • antibakteriell, antiviral, fungizid, wundschlussfördernd

Anwendung

Blüten und/oder Blätter frisch oder getrocknet als Tee. Bei zu viel Tee kann es zu Verstopfungen kommen. Die Tinktur ist ohne Nebenwirkung!

Falsch machen kann man mit der Pflanze nichts, nur viel erleben.

Unser Tipp: einfach mal den Guttationstropfen mit dem Finger auf die Lippen tupfen… Spürt und Fühlt selbst…

Kräuterpfarrer Künzle: „Zwei Drittel aller Frauenoperationen werden bei rechtzeitiger Anwendung dieses Heilkrautes überflüssig.“

 


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1 Kommentare

  1. Liebe Birgit,
    vielen Dank für den schönen verständlichen Beitrag zum Frauenmantel! Habe mich mit Dir und dem Tee verbunden und genieße den Tee zu Deinen Worten!
    Von Herzen grüßt Dich, Klara

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