Unser Tipp für den Herbst: Spitzwegerich

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

In Kurzform

Wesen der Pflanze: Ein großer Aufrichter und Beruhiger, konzentriert auf das Wesentliche, lindert Reizzustände
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeit: März bis Dezember
Anwendungen: als Tee, (Ur-)Tinktur, die zarten Blätter des Wegerichs schmecken übrigens auch köstlich in Salat und Suppe („pilzähnlich“ im Geschmack)
Zu den Heilwirkungen nach TCM: Der Spitzwegerich hat einen Organbezug zu Lunge, Blase, Dünn- und Dickdarm sowie zum Magen.
Er klärt Lungen-Hitze und leitet Schleim ab. Zudem pflegt, schützt und kühlt er die Schleimhäute. Bei Kindern angewendet schützt er das zarte Yin der Lunge und baut in der Nachbehandlung die Schleimhäute wieder auf (z.B. bei Bronchitis und Lungenentzündung).

Etwas ausführlicher:

Die Signatur

Der Spitzwegerich wächst auf Wiesen und weist durch den muskelartigen Charakter der Blätter eine wesenhafte Beziehung zu stark bewegender Emotionalität auf: Stark bewegend unter anderem deshalb, weil sich die Blätter sehr dynamisch, wie Flammen aus der grundständigen Rosette erheben. Emotionen sind die Kräfte, die uns bewegen und die Muskeln sind ihre Instrumente. Dagegen setzt er seine schlichte Erscheinung. Er hat keine betörenden anlockenden Blüten. Die braucht er nicht. Das Wesentliche ist sichtbar. Der Wegerich hat daneben etwas sehr kraftvolles in seiner Erscheinung. Betrachten wir die Blätter, ob spitz oder rund, dann erkennen wir das Aufstrebende, das nach oben Gerichtete, das Satte, eine unglaubliche Stärke. Setzen wir alle Signaturen zusammen, können wir die Heilwirkung klar erkennen. Hier geht es um Beruhigung, um Ausgleich, um Stärkung und um Aufrichtung.

Ein harmonisch geprägtes Leben ist für eine gute Gesundheit von großer Wichtigkeit. Dagegen können extreme und intensive Gefühlsausbrüche unsere Gesundheit ruinieren, weil sie unsere Lebenskräfte schwächen. Der Spitzwegerich ist ein Heilmittel bei ebensolchen Schwächezuständen. Er unterstützt Menschen, die schnell erregt sind genauso wie die Menschen, die besonders intensiv fühlen, dies aber nicht in Tatkraft umwandeln können, sondern eher ein Gefühl von Last und Druck in ihrem Leben empfinden.

Er schenkt uns Ruhe und kann auf seelischer wie auch körperlicher Ebene überschießende Emotionalitäten kühlen: er lindert Reizzustände und begünstigt die Heilung.

Der Wegerich trägt gleichzeitig Schleimstoffe in sich – Schleim ist das vermittelnde Medium zwischen dem Trockenem und dem Wässrigen. Übertragen auf die Heilwirkung heißt das, dass der Schleim die gereizten Schleimhäute des Atemtraktes überzieht und so den Hustenreiz lindert. Genauso verfährt er bei emotionalen Reizzuständen.

Das Wesen

Sein Motto lautet „Hier bin ich“. Er muss nicht viel tun. Einfach da sein! So kann er uns von einer übermäßigen Gedankenwelt herunterholen und unterstützt uns dabei, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wir werden klarer, ruhiger, gehen in unsere Mitte und können von innen heraus wichtige Entscheidungen treffen.
So können wir ihn u.a. gut für den Übergang von Milz (Spätsommer) zur Lunge (Herbst) anwenden.

Die Pflanze nährt uns. Essen wir den Spitzwegerich direkt von der Wiese, was wir sehr empfehlen, dann fühlen wir uns wie gesättigt. Trinken wir den heißen Tee und verbinden uns mit der Heilpflanze, verleiht uns der Spitzwegerich – wie uns seine schlichte Erscheinung zeigt – eine Entspanntheit und Unaufgeregtheit. Der Wegerich ist ein Wegbewohner und für uns ein wichtiger Wegbegleiter.

Anwendungsbereiche

Bronchitis, Asthma, Keuchhusten, Katarrhe der oberen Luftwege, Erkältung, Halsentzündung, Halsschmerzen, Magenschleimhautentzündung, Darmschleimhautentzündung, Ödeme (Wassersucht), Augenentzündungen, Insektenstiche, Quetschungen, blutende Wunden, Hautabschürfungen, Ekzeme, leichte Verbrennungen, Furunkel, Hämorrhoiden

Heilwirkung

  • Schenkt Lungenkraft
  • Antibakteriell
  • Adstringierend
  • Blutreinigend
  • Blutstillend
  • entzündungshemmend
  • schleimlösend

Anwendung

Als Tee oder Sirup ist er auch schon für kleine Kinder geeignet. Für den Tee kann man die frischen Blätter oder die getrockneten verwenden. Kochend übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, wer mag, kann mit Honig süßen. Der Wegerich lässt sich auch mit anderen „Hustenpflanzen“ mischen, wie zum Beispiel Huflattich, Gundermann, auch Thymian.

Auf Wunden, Stichen und Bissen wird das zuvor leicht zerdrückte, dann am besten etwas „angekaute“ Blatt angelegt und evtl. befestigt.

 


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