Unser Tipp für den Sommer: Weißdorn

Weißdorn (Crataegus)

In Kurzform

Wesen der Pflanze: Impuls, Auflösung von Stauungen, Herz
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Beeren
Sammelzeit: Blätter und Blüten im Mai; Beeren von Oktober bis November
Anwendungen: als Tee, (Ur-)Tinktur oder Tabletten
Zu den Heilwirkungen nach TCM: Herz-Qi tonisierend und stabilisierend, Herz-Blut bewegend. Blockaden von Qi und Blut im Magen lösend.

Etwas ausführlicher:

Das Wesen/ Signatur

Der Weißdorn gehörte früher zu den Schutzpflanzen und wurde zur Abwehr von Zauberei verwendet. Zur Vertreibung böser Hexen wurde beispielsweise Weißdorn an die Stalltür genagelt.

Auch diente der Weißdorn zur Einfriedung der Felder. Er bildete mit seinen stacheligen Ästen einen undurchdringbaren Schutz. Nicht nur unerwünschte Menschen wurden abgehalten, sondern auch Vögel konnten in den Büschen nisten, waren dort vor Feinden geschützt und die roten Beeren ernährten und stärkten sie. 

Eine deutliche Beziehung zum Herzen zeigt sich im Wachstum des Weißdorns. Einzelne ineinander verschlungene Stämme und ein dicht gedrängtes verworrenes undurchdringbares Ast- und Zweigwerk streben auf der einen Seite in die Weite, andererseits werden die Zweige zurückgedrängt, werden quasi umgelenkt. Ein Spannungsfeld zwischen gestauter Kraft und impulsiver Entladung. Analog zum Herzen, welches Blut aufnimmt, sich füllt und sich dann mit impulsiver Kraft in den Körper entlädt.
Für die impulsive Entladung stehen auch die Dornen des Weißdorns. Dornen sind die Antennen von Pflanzen, über die Lebenskräfte aufgenommen oder abgegeben werden können.
Im Frühling ist der Weißdorn vollkommen und üppig von weißen Blüten übersäht. Auch hier zeigt sich sein Wesen in der impulsiven Entladung. Der blühende Baum hat einen süßlichen, eher unangenehmen Geruch, der an „Heringslake“ erinnert. Selbst der Tee aus frischen Blüten hat diesen Geruch, schmeckt aber gut. Im Herbst schmücken blutrote Beeren den Weißdorn. Die feine netzartige Verzweigung der Blattnerven weist auf das Gefäßsystem hin.

Auch auf seelischer Ebene erfahren wir Stauungen. Wenn sich unsere Gefühle auf Grund von großen Sorgen, seelischem Schmerz oder anhaltendem Stress stauen, empfinden wir dies oft als Enge in unserem Erleben, als Druck- oder Beklemmungsgefühl in der Herzgegend. Wir verlieren an Kraft und an Herzensfreude. Viele Entwicklungen im Leben laufen nicht gradlinig. Immer wieder werden sie von unvorhersehbaren Ereignissen durchkreuzt und auch gehindert. Wir brauchen diese Verzögerung, die äußerliche Stagnation, um neue Impulse entstehen lassen zu können. Lassen wir den äußerlichen Stillstand zu und versuchen ihn nicht mit Druck zu durchbrechen, dann können sich neue Impulse entwickeln. Die Impulse benötigen wir wiederum für die Entstauung.

Der Weißdorn zeigt uns neue Lebensimpulse und hilft uns diese Stauungen zu lösen, er lässt die Gefühle wieder fließen schenkt Vertrauen und löst die seelisch bedingten Beklemmungen und Druckgefühle.
Wir folgen der Weisheit und der Klarheit des Herzens. Die Herzensfreude nimmt zu und Freude bringt bekanntlich Kompliziertes, Verknotetes und Gestautes wieder zum Fließen.
Auf diese Weise hilft uns der Weißdorn auf allen Ebenen. Körperlich, seelisch und geistig!

Durch seinen hervorstechenden Wesenszug der Anstauung von Lebenskräften wird der Weißdorn zum Prototyp  einer Herzpflanze. Er steht ferner für Stabilität und Sicherheit. Bietet einen „Schutzraum“.

Heilwirkung

Weißdorn ist ein ausgezeichnetes Herzmittel! Das bekannteste und das anerkannteste

  • Herz- Kreislauf-Beschwerden
  • Stärkung und Kräftigung der Herz-Kreislauf-Funktion
  • Das „Altersherz“ wird gestützt und belebt
  • Altersbedingte nachlassende Herzdurchblutung und Herzkraft können erheblich gebessert werden
  • Auch sinnvoll bei beginnenden Herzleiden, z.B. durch Raubbau am Körper, Stress)
  • Bei Rhythmusstörungen
  • Nachbehandlung von Herzinfarkten, Steigerung der Widerstandskraft des Herzmuskels bei einem Herzinfarkt
  • Bluthochdruck, niedriger Blutdruck
  • Funktionelle Herzbeschwerden (organische Ursache nicht feststellbar, z.B. Kummer, Verlust oder Stress)
  • Herzinsuffizienz 
  • Herzneuroasen
  • Nebensymptome von Herzerkrankungen: Leistungsminderung, Abgeschlagenheit, rasche Ermüdbarkeit und Kurzatmigkeit

Anwendung

Als Tee: 2 TL getrocknete Blüten und Blätter mit ¼ Liter heißem bis kochendem Wasser übergießen, 10 Min. zeihen lassen. 3 x täglich eine Tasse
Ein Tee aus frischen Blüten ist ebenfalls sehr wohltuend.
Tee aus frischen Beeren und Blättern ist gut für das Gefühlsherz (Kummer, Erschöpfung des Herzens) – 2 TL frisches Kraut auf eine Tasse Wasser

Als Kapsel oder Tinktur (wird aus den Beeren gewonnen.)

Die Rinde als Weißdorn-Fußbad

Hinweis: Weißdorn hat keine Nebenwirkungen und darf bei Herzleiden als Langzeitmittel genommen werden.


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